Linkaufbau natürlich – Ist das historische Wachstum wirklich von Bedeutung?

unnatürlicher Linkzuwachs?Immer wieder lese ich, wie wichtig das Wachstum neuer eingehender Links auf eine Webseite für das Ranking bei Google ist. Hier wird sehr oft vom Vergleich des bisherigen Linkwachstums gesprochen. Wenn beispielsweise über einen längeren Zeitraum monatlich etwa 20 Links hinzugekommen sind, sollen extreme Abweichungen Signale im Such- bzw. Rankingalgorithums auslösen. Gibt es mit einem Male 40 Links oder mehr im Monat, greifen Filter bei Google, die besagen sollen: Der Linkaufbau ist unnatürlich. Aber ist das wirklich so?

Verlinkungen sind wichtig Ranking-Signale

Eingehende Links sind auch in Zeiten des Social Media und Aktivititäten über soziale Netzwerke, nicht zuletzt durch den hochgelobten Authorrank, immer noch wichtige Faktoren. Die Position einer Seite in den Suchergebnissen der Google-Suchmaschine wird immer noch stark durch eingehende Links beeinflusst. Schließlich sind Verlinkungen ein Signal einer Empfehlung. Müsste ja dann auch eine gute Seite sein.

Minderwertige Links haben selten Wert

Und dass sich diese bei häufigem Auftreten negativ auf die jeweilige Zielseite und auch auf die gesamte Website auswirken, sollte allen klar sein. Je einfacher eine Linksetzung von einer Webseite ist, desto weniger Wert wird diese auch haben. Wenn dann noch die Themenrelevanz der beiden miteinander verlinkten Seiten so niedrig ist, dass von einem weiterführendem Link als eine Art Empfehlung nicht mehr die Rede sein kann, kann man guten Gewissens davon ausgehen, dass dies Negativ-Signale erzeugt.

Welchen Einfluss hat Pagerank noch?

Es ist auch erschreckend, wenn ich auch heute noch hören muss “Die Seite hat Pagerank 6, das ist doch ein gutes Signal”. Ich will hier nicht tiefer darauf eingehen, nur kurz nochmal hinweisen, dass der Pagerank lediglich ein Ergebnis ist, das durch linkgebende Seiten mit und ohne PR errechnet wird. Kalkulatorisch erhalte ich ebenfalls einen PR6, wenn von einer Seite mit PR8 ohne nofollow-Attribut verlinkt wird oder 4 Seiten mit PR7 oder 19 mit PR6 und so weiter. Reine Mathematik also, aber wenig Gewicht und kein Garant für besseres Ranking.

Ist aktiver Linkaufbau wirklich natürlich?

Der Grund, warum ich diesen Artikel hier schreibe, ist aber ein ganz anderer. Es geht um Signale, die zusammen mit weiteren 200 Signalen die Position in den Suchergebnissen einer Seite beeinflussen. Wenn es sich denn überhaupt um ein Merkmal handelt. Die Rede ist vom Linkwachstum beziehungsweise den Linkwachstumstrend im historischen Vergleich, wie es Bastian Grimm in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Website Boosting bezeichnet. Er schreibt, dass davon auszugehen ist, “dass Google diese Werte ebenfalls im Vergleich zu potenziellen Wettbewerbern der gleichen Branche betrachtet und so in der Lage ist zu erkennen, welche Wachstumswerte normal sind“.

In vielen anderen Beträgen, wie der Artikel “Welche Linkaufbau-Geschwindigkeit ist gesund, welche nicht?” von Björn Tantau, liest man, dass man das Tempo des Linkaufbaus beibehalten soll und eine unnatürliche Entwicklung vermeiden sollte.

Hierbei geht es nie um natürliche Verlinkungen. Es geht immer wieder um Linkbuilding, das man selbst durchführt. Und das kann meiner Meinung nach ganz sicher nicht als natürlich betrachtet werden. Es geht hier um die Eigenwerbung und nicht um Empfehlungen anderer.

Rankt eine neue Seite ohne Links?

Eine neue Seite wird bei starkem Wettbewerb ohne eingehende Links in der Suchmaschine ohne eigenes Zutun nicht weit vorn ranken. Das weiß auch Google und gibt deshalb einen kleinen Bonus für neu erstellte Webseiten. Unabhängig von den Signalen, die durch Verlinkungen entstehen, werden neue Webseiten in den Ergebnissen etwas höher positioniert. Von dort aus sollen Leser durch Eingabe von Suchwörtern auf den neuen Inhalt schneller aufmerksam gemacht werden. Wenn dadurch in den ersten Wochen vielleicht 100 Besucher auf die Seite kommen und parallel dazu 100 Links im gleichen Zeitraum entstehen, müsste das ja (rein kalkulatorisch) heißen, alle Besucher haben einen Link gesetzt. Ist das natürlich?

Mal ein anderes Beispiel: Die gesamte Website hat aus historischer Sicht durchschnittlich 20 neue Links pro Monat. Mit einem Male sind es 1000 neue Verlinkungen. Ist dieses Signal eindeutig, um Filter bei Google auszulösen, die signalisieren: Unnatürlicher Linkzuwachs?

Ich finde diese Aussagen, wie sie über alle Kanäle kommuniziert wird, gänzlich falsch.
Eingehende Links über den Vergleich von Wettbewerbern und den bisherigen Aufbau als wichtige Einflussfaktoren zum Ranking zu zählen, hat mit der Realität wenig gemeinsam. Es handelt sich hierbei zwar um messbare Größen, über eine Natürlichkeit sagt dies allerdings wenig aus.

Das Besucher/Link-Verhältnis ist viel wichtiger

Weitaus logischer finde ich die Betrachtung der Kennzahlen Besucher und neue eingehende Links. Nicht jeder der auf eine Webseite kommt, wird einen Link hierhin setzen. Egal wie gut der Inhalt ist.

Meiner Meinung nach ist das Verhältnis der Besucher zu den Verlinkungen viel aussagekräftiger.
Da nicht gleich nach einem Besuch verlinkt wird, ist die Betrachtung über einen bestimmten Zeitraum notwendig. Und hier können dann Vergleiche zum bisherigen Verlauf dieser Aktivitäten und in Bezug zu Mitbewerbern das Salz in der Suppe ausmachen. Viel Gewicht wird dies aber nicht ausmachen. Man stelle sich nur mal das Szenario vor, dass bisher nie irgendwelche Maßnahmen für die Verbreitung des Inhalts beziehungsweise das Bewerben für neue Besucher durchgeführt wurden. Nun wird erstmalig ein Werbespot zur Rushhour über reichweitenstarke TV-Sender ausgestrahlt. Was glauben Sie, wieviele neue Links mit einem Male bei gutem Inhalt entstehen?

Es gibt noch zahlreiche Beispiele, die das Linkwachstum in der Vergangenheit als ein signifikates Merkmal für den Einfluss auf das Ranking entkräftigen können. Viel weiter will ich an dieser Stelle auch nicht gehen. Vielmehr etwas wachrütteln, dass man nicht alles sofort glaubt, was geschrieben wird. Das meiste sind Vermutungen und Spekulationen. Also immer hinterfragen und konkrete Beispiele zeigen lassen, die solche Aussagen untermauern können.

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Über Steve Naumann
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